Die homöopathische Hausapotheke

 

Selbstbehandlung mit homöopathischen Mitteln ist sehr beliebt, beschränkt sich aber auf akute und leichte Beschwerden.

Schnelle Selbstbehandlung und professionelle Nach-Behandlung können sich zum Beispiel bei einer Sportverletzung oder einem Infekt sehr gut ergänzen. 

Einnahmeregeln

Die übliche Darrreichungsform für homöopathische Hausmittel sind Globuli in tiefen bis mittleren Potenzen (D6 - C30). Man läßt sie nach der Einnahme auf der Zunge zergehen, am besten vor dem Essen oder Trinken. Die Dosierung richtet sich nach dem Alter des Patienten: Babys bekommen nur ein Kügelchen, ab dem 2.-3. Lebnsjahr sind 3 Globuli angemessen. Größere Mengen sind nie notwendig.  

Nach jeder Gabe wartet man die Reaktion ab, tritt eine Besserung ein, wartet man bis zur Stagnation des Heilungsprozesses und wiederholt die selbe Gabe des selben Mittels.  Tritt keine Besserung ein wählt man ein besser passendes Mittel aus. 

Verändern sich die Symptome, wird ebenfalls nach dem akut besser passenden Mittel gesucht. Wenn man sich unsicher ist, kann auch telefonisch professioneller Rat helfen.


 

Hausapotheke für Kinder

Eltern, die ihre Kinder im Alltag auch gesundheitlich versorgen möchten, stehen in einer sehr alten Tradition. Die Volksheilkunde, die viele Jahrhunderte älter ist als die moderne Medizin, beruht auf einem bewährten Erfahrungsschatz, zum Beispiel bei der Anwendung von Heilpflanzen. Auch homöopathische Hausapotheken sind Teil der Erfahrungsmedizin, es gibt sie seit 1830 in Amerika und in Europa, heute auf der ganzen Welt.

Darüberhinaus ist Selbstverantwortung für die eigene Gesundheit und Verantwortung von Eltern für die Gesundheit ihrer Kinder eine Haltung, die gar nicht genug gewürdigt werden kann. Wer sich selbst und seine Kinder gut kennt, kann auch leichter einschätzen, wo die Grenze zur Selbstbehandlung ist. 

Auch wenn viele Laien fundierte Kenner der homöopathischen Hausapotheke sind, gehört die Behandlung chronischer Beschwerden unbedingt in professionelle Hände.

 

Fieber:

Fieber ist keine Krankheit sondern eine sinnvolle Reaktion des Körpers auf eine Infektion, Fieber beeinträchtigt die Lebensfähigkeit von Erregern und zwingt den Körper gleichzeitig zur Ruhe, so kann die Infektion schneller überwunden werden. Temperaturen zwischen 37,5 - 38 Grad sind kein Fieber, Erreger werden erst ab 38 Grad gehemmt. Fieber um die 39 Grad (rectal) ist bis zu 3 Tage tolerierbar, 40 Grad ist bei einem ansonsten gesundem Kind für kurze Zeit tolerierbar.

Achtung! Falls eins der folgenden Symptome auftritt muß professionelle Hilfe hinzugezogen werden:

Geschwollene Lymphknoten, starke Schluckbeschwerden, starke Ohrenschmerzen, Hauterscheinungen, Lichtscheu, geschwollene Gelenke, starke Bauchschmerzen, starke Kopfschmerzen, Krämpfe, Nackensteifigkeit. Auch bei Fieber nach Kontakt mit Tieren oder nach einer Reise sind zusätzliche Untersuchungen sinnvoll. Bei hohem Fieber nach einer Impfung besteht Meldepflicht.

 

Allgemeine Hausmittel bei Fieber: Bettruhe, Ruhe (kein Lärm, TV, Musik...), im Winter angefeuchtete Tücher mit Lavendel auf die Heizung, Lindenblütentee zum Schwitzen, Fruchtsäfte (Traube, Sanddorn, Holunder) geriebener Apfel, keine Milch.

Häufig verwendete homöopathische Mittel bei Fieber:

Aconit Puls schnell und hart Gesicht heiß und trocken stürmischer Beginn des Fiebers
Belladonna Puls schnell und voll Gesicht schweißig, heiß und rot weite Pupillen, wie betäubt
Ferrum phos. Puls klein und weich Gesicht blaß u. rot im Wechsel langsamer Beginn, Erschöpfung
Gelsemium Puls weich Gesicht gedunsen, dunkel Benommenheit, Kälte, zittrig
Eupatorium Puls weich Gesicht heiß, Schüttelfrost großer Durst, Erschöpfung, Erbrechen
       


 

Häufig verwendete Mittel bei Ohrenschmerzen:

  • Aconit bei Unruhe, Angst, Rötung des Ohrs, Berührungsempfindlichkeit, oft zu Beginn der Erkrankung
  • Belladonna bei Fieber mit rotem Kopf, kalten Händen und Füßen dabei Bedürfnis nach Wärme, Unruhe und Angst
  • Ferrum phosphoricum wenn das Kind schnell erschöpft ist, mit Blässe und roten Wangen, Abneigung gegen Berührung
  • Pulsatilla bei anhaltendem Weinen und Verlangen nach körperlicher Nähe, kein Durst trotz Fieber, Verlangen nach Abkühlung

Wenn eine Differenzirung zu schwer ist: ABC Behandlung: Aconit, Belladonna, Chamomilla alle zusammen 1/2 - 1 Stündlich geben, dann im Abklingen der Symptome neu entscheiden, mit welchem Mittel es am Besten weitergeht.

 


Häufige Mittel bei Blähungskoliken:

  • Chamomilla bei Zahnung, Unruhe, Reizbarkeit, grünem Duchfall, das Kind will getragen werden
  • Colocynthis bei Abneigung gegen Nahrung und Trinken, Reizbarkeit und Abneigung gegen Wärme, Bedürfnis sich zu krümmen.
  • Magnesium carbonicum bei Krämpfen nach Nahrungsaufnahme, auch nach dem Stillen, bei saurem Erbrechen.

 

 

Häufige Mittel bei Durchfall

  • Arsenicum album bei wässriger Diarrhoe mit Erbrechen mit Frieren, Unruhe und Schwäche
  • Podophyllum bei wässrigen Durchfällen während der Zahnung, stinkende Durchfälle nach Obst
  • Pulsatilla bei Durchfällen nach Eis, fettem Essen mit Kältegefühl und Weinerlichkeit
  • Veratrum album bei schmerzhaftem Durchfall mit Koliken und kaltem Schweiß

 

Ein umfangreiches Sortiment verschiedener Hausapotheken bietet die Glückauf-Apotheke